
Grundlage der Studie ist die Repräsentativbefragung „Ausgewählte Migrantengruppen in Deutschland 2006/2007“ (RAM 2006/2007), die eine umfassende Datenbasis zur Lebenssituation eben jener Gruppen liefert. Im Fokus stehen hierbei nicht Menschen mit Migrationshintergrund, sondern ausschließlich Ausländerinnen und Ausländer im staatsrechtlichen Sinne im Alter von 15 bis 79 Jahren und einer Mindestaufenthaltsdauer von zwölf Monaten.
Die größte Ausländergruppe in Deutschland sind Migranten türkischer Staatsangehörigkeit, gefolgt von Staatsbürgern des ehemaligen jugoslawischen Staatsgebiets sowie Italienern, Polen und Griechen.
Die Gruppe der polnischen Befragten ist im Durchschnitt die Jüngste (37,9 Jahre), am ältesten sind die Griechen, mit einem Durchschnittsalter von 43,4 Jahren. Rund 60 Prozent der Befragten verweilen schon länger als zwanzig Jahre in Deutschland, wobei die polnischen Staatsbürger durchschnittlich die kürzeste Verweildauer vorzuweisen haben (13,1 Jahre). Der Großteil der Befragten ist im Ausland geboren, wobei der Anteil der im Ausland geborenen Polen bei 97 Prozent liegt. Vier der fünf Ausländergruppen weisen im Geschlechterverhältnis einen Männerüberhang aus, Spitzenreiter sind die Italiener mit 60 Prozent. Nur bei den polnischen Befragten ist der Frauenanteil mit 57 Prozent höher.
In allen Nationalitätengruppen ist der Bildungsaufstieg in der Generationsabfolge unverkennbar: 42 Prozent der Befragten haben einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern, besonders polnische Frauen sind von dem Bildungsaufstieg überproportional betroffen. Insgesamt sind die polnischen Befragten auch die mit der höchsten schulischen Bildung: 39 Prozent können ein Abitur oder die Fachhochschulreife vorweisen.
Die Partizipation im Arbeitsmarkt differenziert stark nach Geschlecht. Der Großteil der Männer geht einer Vollzeitbeschäftigung nach. Nur vier Prozent der befragten Männer waren bisher in Deutschland nie erwerbstätig. Der Anteil der Frauen liegt dagegen bei 27 Prozent.
Ein großes Problem ist die geringe Anerkennungsquote der im Ausland erbrachten Berufs- oder Studienabschlüsse. Nur 52 Prozent der Abschlüsse wurden anerkannt, polnische Zuwanderer leiden am stärksten unter der Entwertung ihrer Abschlüsse, wo die Anerkennungsquote lediglich bei 44 Prozent liegt.
Weitere Informationen und die mehr als 250 Seiten starke Studie