8. Anhang: Ergänzungen

31.12.2007

8.1 Übersicht der Empfehlungen

8.1.1 Zur Umsetzung in der Beratungsarbeit

Interkulturelle Personalstrukturen in der Beratungsarbeit fördern

Interkulturelle und sprachliche Kompetenzen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen müssen vermehrt in die Beratungsarbeit einfließen, um sprachliche und kulturelle Barrieren zu senken und die Erreichbarkeit von Migrantinnen und Migranten zu verbessern. Eine Erhöhung des Fachkräfteanteils mit und ohne Migrationshintergrund, der interkulturelle und sprachliche Kompetenzen einbringt, sollte angestrebt werden.

Die Besetzung frei werdender Stellen in Einrichtungen der beruflichen Beratung mit Fachpersonal, das über interkulturelle und sprachliche Kompetenzen sowie ggf. Migrationserfahrung verfügt, ist anzustreben. Dazu ist u.a. eine Abänderung entsprechender Anforderungsprofile im Rahmen von Stellenausschreibungen notwendig. Interkulturelle Kompetenz sollte in Stellenprofilen ausdrücklich als notwendige Voraussetzung (Einstellungsmerkmal) festgeschrieben werden. Bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung des Beratungspersonals (Mitarbeiter und Führungskräfte) sind migrationsspezifische Aspekte besonders zu berücksichtigen.

Die Beratungspraxis für Migrantinnen und Migranten sollte grundsätzlich so niederschwellig wie möglich angelegt sein.

Informationsmaterial mehrsprachig anbieten

Informationsmaterial für Migrantinnen und Migranten sollte nach Zielgruppen differenziert, für die jeweilige Migrantinnen- und Migrantengruppe verständlich sowie kultursensibel gestaltet sein. Dabei sind Mittel und Methoden auszuwählen, welche die Betroffenen, ihre Angehörigen und ihr soziales Umfeld erreichen. Zur Optimierung des Beratungsangebotes sind vorhandene Netzwerke unter Beteiligung der Industrie, des Handwerks, der öffentlichen Verwaltungen, der ARGEn einzubinden. So kann es z.B. sinnvoll sein, MultiplikatorInnen aus den Migranten-Communities gezielt zu werben bzw. zu informieren und in die Beratungsarbeit einzubeziehen. Nach Möglichkeit sind auch Informationen in den Herkunftssprachen anzubieten.

8.1.2 Zum Thema Anerkennung

Drittstaatsangehörige, die ihre Qualifikation in einem EU-Mitgliedstaat erworben haben, gleichbehandeln

Bei der Übernahme der EU-Richtlinie 2005/36/EG in die nationalen Gesetzgebungen ist eine Gleichbehandlung von Drittstaatsangehörigen, die ihre berufliche Qualifikation in einem EU-Land erworben haben, und den Staatsbürgern der EU-Mitgliedsländer anzustreben. Für die Anwendung der EU-Anerkennungsrichtlinie soll maßgeblich sein, ob der Bildungsnachweis in einem Mitgliedstaat erlangt wurde, nicht aber die Staatsbürgerschaft.

Einheitliche Regelung der Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus Drittstaaten Angesichts der durch die EU-Anerkennungsrichtlinie verfolgten Ziele, u.a. Förderung der Arbeitnehmendenmobilität, und der Tatsache, dass Drittstaatsangehörige einen bedeutenden Anteil der Bevölkerung in vielen EUStaaten bilden, sowie angesichts der steigenden Neuzuwanderung in die EU-Länder erscheint eine EU-Richtlinie notwendig, welche die Anerkennung von Bildungsnachweisen aus Drittstaaten einheitlich regelt.

Informationsstrukturen optimieren

Handlungsempfehlung: Einrichtung einer mehrsprachigen Hotline, weite Verbreitung und Übersetzung des Wegweisers für die Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen, mehrsprachige Informationsflyer und Broschüren, kürzere Anerkennungszeiten, Zentralisierung von spezialisierten Beratungseinrichtungen (Beispiel: eine zentrale Beratungsstelle für Handwerks-, eine für IHK-Berufe), Schaffung von transnationalen Datenbanken, etc.

Bewertungsverfahren von ausländischen Bildungsnachweisen verbessern und die Transparenz erhöhen

Handlungsempfehlung: Aufbau von umfassenden, europaweiten Datenbanken mit Informationen zu den Ausbildungsgängen, Verbesserung des Angebots und des Zugangs zu Nachqualifizierungsmaßnahmen, Ergänzungsstudiengängen sowie zu Anpassungslehrgängen.

Unternehmen von der Bedeutung der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen überzeugen

Die Anerkennung informell erworbener beruflicher Kompetenzen kann insbesondere für langjährig erfahrene, aber an- und ungelernte Beschäftigte unmittelbare positive Folgen für die Einkommenssituation haben. Dies gilt mithin auch für die nachträgliche Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen bei bereits bestehenden Beschäftigungsverhältnissen.

8.2 Glossar

AFBG - Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, auch „Meister-BAföG“ genannt, gewährt eine finanzielle Unterstützungsleistung zur beruflichen Aufstiegsfortbildung bzw. zur Existenzgründung. Das AFBG stellt ein Förderinstrument zur beruflichen Fortbildung dar und gilt grundsätzlich in allen Berufsbereichen, einschließlich der Gesundheits- und Pflegeberufe. Voraussetzung für die Leistung ist u.a., dass die Antragstellerinnen und Antragsteller noch nicht über eine berufliche Qualifikation verfügen, welche dem angestrebten Fortbildungsabschluss mindestens gleichwertig ist. Eine Altergrenze gibt es nicht.

Allgemeine Hochschulreife - Die allgemeine Hochschulreife berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an allen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Man erwirbt sie beispielsweise mit dem Abitur, in der Regel aber auch durch den Abschluss eines Studiums an einer Fachhochschule.

Arbeitslosengeld II (ALG II) - Das Arbeitslosengeld II (ALG II) wurde in Deutschland zum 1. Januar 2005 durch das so genannte „Hartz-IVGesetz“ eingeführt, weshalb es umgangssprachlich oft als „Hartz IV“ bezeichnet wird. Das Arbeitslosengeld II ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Hilfebedürftige. Es wird durch das Sozialgesetzbuch II (SGB II) geregelt. Im Arbeitslosengeld II werden die frühere Arbeitslosenhilfe sowie die Sozialhilfe auf Leistungsniveau des Existenzminimums zusammengefasst. (siehe auch SGB II bzw. SGB III)

ARGEn - Im Bereich der Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) können Arbeitsagenturen der Bundesagentur für Arbeit sowie kommunale Träger Arbeitsgemeinschaften bilden, die als ARGE bezeichnet werden. Die Rechtgrundlage dazu findet sich in § 44b SGB II. Die Bezeichnungen der ARGEn sind bundesweit nicht einheitlich. Im Gegensatz zu den Arbeitsagenturen sind die ARGEn meist lokal präsent und nicht zentral verwaltet.

Ausländer - Rechtlich gelten in Deutschland sämtliche Personen bzw. Personengruppen, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, als Ausländer (siehe auch „Deutscher“).

BaföG - Das Bundesausbildungsförderungsgesetz stellt die gesetzliche Grundlage für die finanzielle Förderung von Studierenden dar. Informationen dazu geben die BAföG-Ämter der Studentenwerke.

Bilaterale Abkommen - Als bilaterale Abkommen bezeichnet man verbindliche Vereinbarungen zwischen zwei verschiedenen Staaten.

Bildungsgutschein (BGS) - Der Bildungsgutschein ist seit dem 1. Januar 2003 Bestandteil des deutschen Bildungssystems. Es handelt sich um eine schriftliche Zusage der Bundesagentur für Arbeit, Kosten einer Weiterbildungsmaßnahme zu übernehmen. Gesetzlich geregelt ist dies in § 77 Abs. 3 SGB III und § 16 Abs. 1 SGB II. Ab dem Zeitpunkt seiner Ausstellung gilt der Gutschein maximal Monate lang bis zum Beginn der Weiterbildungsmaßnahme. Die Erteilung des Bildungsgutscheins liegt im Ermessen des Arbeitsvermittlers, d.h. der Arbeitsvermittler kann den Bildungsgutschein bei Notwendigkeit einer Weiterbildung zur nachhaltigen Eingliederung des Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt vergeben, ist aber nicht dazu verpflichtet.

Bildungsinländer - Ausländerinnen, Ausländer und Staatenlose, die eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung besitzen, gelten als Bildungsinländer.

Bildungsurlaub - Der Bildungsurlaub (auch: Bildungsfreistellung) ist eine besondere Form des Urlaubs, welche der beruflichen oder politischen Weiterbildung und nicht der Erholung dient. Der Bildungsurlaub ist nicht bundeseinheitlich geregelt. Vielmehr gelten landesspezifische Regelungen. Gewöhnlich ergibt sich daraus ein Anspruch auf Freistellung für fünf Arbeitstage pro Jahr. Der Freistellungsanspruch ist in der Regel auf Themen der politischen und beruflichen Bildung beschränkt. Bildungsurlaub wird in Nordrhein-Westfalen durch das Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW geregelt.

Deutscher - Rechtlich ist gemäß Artikel 116 Absatz 1 des Grundgesetzes jeder als Deutscher zu betrachten, der, vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelungen, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat. Als Deutsche gelten somit auch Eingebürgerte oder Spätaussiedler i.S. des BVFG. Vereinfacht kann man festhalten, dass zumindest jede Person mit deutscher Staatsangehörigkeit im rechtlichen Sinne als Deutsche gilt.

DGB-bildungswerk e.v.  - Das DGB Bildungswerk ist die bundesweite Organisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für die allgemeine, politische, berufliche und gewerkschaftliche Wissensvermittlung und Weiterbildung.

Drittstaatsangehörige - Drittstaatsangehörige (auch: Drittausländer) sind Ausländer, die weder EU-, EWR-Bürger, noch Schweizer sind.

Duale Ausbildung - Mit dualer Ausbildung wird verkürzt das duale Berufsausbildungssystem in der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Darunter versteht man die einheitliche berufliche Ausbildung in einem Betrieb und in der Berufsschule. Die Voraussetzung für eine Berufslehre im dualen System ist ein Berufsausbildungsvertrag mit einem Betrieb. Der praktische Teil der Ausbildung wird dem Auszubildenden im Betrieb, der theoretische Teil in der Berufsschule vermittelt. Die Ausbildung ist rechtlich nicht an einen Schulabschluss gebunden.

EU-Richtlinien -  EU-Richtlinien sind Rechtsakte der Europäischen Union, welche sich an die Mitgliedstaaten richten und diese zur Verwirklichung eines bestimmten vorgegebenen Ziels verpflichten. Richtlinien sind die häufigste Form, in der europäisches Recht gesetzt wird. Im Gegensatz zu Verordnungen haben die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Richtlinie einen gewissen Spielraum, weshalb von Richtlinien weit häufiger Gebrauch gemacht wird als von Verordnungen. Sofern die Richtlinie die Einführung konkreter Rechte und Pflichten fordert, muss das nationalstaatliche Recht, welches der Umsetzung dient, entsprechend konkrete Rechte und Pflichten begründen. Nach deutschem Recht ist daher zur Umsetzung grundsätzlich ein förmliches Gesetz bzw. eine Verordnung erforderlich.

EQUAL - Die aus dem Europäischen Sozialfonds geförderte Gemeinschaftsinitiative EQUAL zielt darauf ab, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten von Arbeitenden und Arbeitsuchenden auf dem Arbeitsmarkt zu erproben. Die Entwicklungspartnerschaft ProQualifizierung ist ein solches EQUAL-Projekt.

Externenprüfung - Personen, die keine Berufsausbildung absolviert haben, wird ermöglicht, als sogenannte Externe an einer Gesellen- bzw. Abschlussprüfung teilzunehmen und so die formale Facharbeiterqualifikation zu erwerben. Hierfür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Näheres sowie die Zulassungsvoraussetzungen finden sich in § 37 der Handwerksordnung bzw. in Teil D dieses Wegweisers.

Formales Lernen - Unter formalem Lernen ist das üblicherweise in einer Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung stattfindende und in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung strukturierte Lernen zu verstehen, welches letztlich zu einer Zertifizierung führt. Aus der Sicht des Lernenden ist das formale Lernen stets zielgerichtet.

Gleichwertigkeit, formelle - Zur Feststellung der formellen Gleichwertigkeit eines ausländischen Bildungsnachweises ist der Nachweis erforderlich und hinreichend, dass es sich um eine förmliche Prüfung oder einen Befähigungsnachweis mit öffentlich anerkannter Berechtigung handelt. Eine Identität der Prüfungsverfahren, -methoden oder Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse ist nicht erforderlich.

Gleichwertigkeit, funktionelle - Zur funktionellen Gleichwertigkeit eines ausländischen Abschlusses ist erforderlich, dass die Gleichwertigkeit im Sinne gleicher beruflicher Qualifikation in der Wahrnehmung gleicher sozialer, wirtschaftlicher oder staatlicher Aufgaben vorliegt, so das OVG Koblenz in seiner Entscheidung vom 29.07 1960 (AZ: 2 C2 /58). Die funktionelle Gleichwertigkeit ist der maßgebliche Gesichtspunkt, welcher die beiden anderen Aspekte (formelle und materielle Gleichwertigkeit) zurücktreten lässt.

Gleichwertigkeit, materielle - Zur Feststellung der materiellen Gleichwertigkeit eines ausländischen Bildungsnachweises ist erforderlich, dass die Inhalte der Ausbildung im Ausland und in Deutschland insoweit übereinstimmen, dass noch von einer Vergleichbarkeit gesprochen werden kann. Dieses Kriterium ist grundsätzlich sehr weit auszulegen (Eingliederungs- und Bestandsschutzgedanke). Eine engere Auslegung ist aber erforderlich, wenn die Folge der Anerkennung beispielsweise die Erlaubnis zum Umgang mit Gefahrstoffen ist (Schutz der Allgemeinheit).

Handwerksrolle - Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis sämtlicher Inhaber eines zulassungspflichtigen Handwerksbetriebes in einem Handwerkskammerbezirk. Die Handwerksrolle wird von der Handwerkskammer geführt. In die Handwerksrolle wird grundsätzlich nur eingetragen, wer in dem zu betreibenden Handwerk die Meisterprüfung bestanden hat.

Informelles Lernen - Unter informellem Lernen ist ein Lernvorgang zu verstehen, welcher im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Er ist in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht strukturiert und führt in der Regel nicht zu einer Zertifizierung. Das informelle Lernen kann zielgerichtet sein, es geschieht jedoch in den meisten Fällen eher indiziert bzw. beiläufig. glossar 54

Integrationskurs - Der Integrationskurs ist eine Maßnahme für Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland zum Erwerb deutscher Sprachkenntnisse. Gesetzlich geregelt werden Integrationskurse durch die sog. Integrationskursverordnung (IntV). Durch das Aufenthaltsgesetz können Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Besuch des Deutschkurses verpflichtet werden. Die Kosten der Kurse trägt im Wesentlichen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wobei die Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Stunde zumindest 1 € bezahlen müssen, sofern sie nicht von diesen Zahlungen befreit sind (z.B. Sozialhilfeempfänger). Der Sprachkurs vermittelt Deutschkenntnisse bis zum sog. Niveau B1 und schließt im Idealfall mit der Prüfung „Zertifikat Deutsch“ ab. In 30 zusätzlichen Stunden werden den Kursteilnehmern geschichtliche, gesellschaftliche und kulturelle Kenntnisse über Deutschland vermittelt, um ihnen beispielsweise den Umgang mit Mitbürgern und Behörden zu erleichtern.

Interkulturelle Kompetenz - Es gibt zahlreiche Definitionen der interkulturellen Kompetenz. Aus Gründen der Vereinfachung möchten wir interkulturelle Kompetenz hier zusammenfassend als die Summe aller Kenntnisse, Fähigkeiten sowie Befugnisse bezeichnen, die notwendig sind, um mit Menschen anderer Herkunft und unterschiedlicher kultureller Prägung zurechtzukommen.

Kompetenzfeststellungsverfahren - Kompetenzfeststellungsverfahren (auch: Profilings) sind Verfahren zur Erfassung sowohl formal erworbener als auch informeller Kompetenzen. Die Ergebnisse eines Kompetenzfeststellungsverfahrens können beispielsweise dazu beitragen geeignete Weiterbildungsmaßnahmen für eine Person zu ermitteln. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern von Kompetenzfestellungsverfahren und keine einheitlichen Standards. Das Netzwerk IQ vereint derzeit viele Institutionen und Experten, um eine bundes- bzw. europaweite Vereinheitlichung zu fördern. Ziel sind möglichst großflächig anerkannte Verfahren, die auch besondere Fähigkeiten von Zugewanderten erfassen und die von Arbeitgebenden anerkannt werden.

Kontingentflüchtlinge - Bei Kontingentflüchtlingen handelt es sich um eine Sondergruppe unter den Ausländern. Kontingentflüchtlinge erhalten nach der Aufnahme in Deutschland eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis sowie die Rechtsstellung von Flüchtlingen, wodurch sie einen besonderen Ausweisungsschutz genießen. Seit 1991 haben jüdische Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion die Möglichkeit, als Kontingentflüchtlinge nach Deutschland einzureisen. Grundlage hierfür ist ein Beschluss der Innenministerkonferenz vom 09.01.1991, nach dem das HumHAG (Gesetz über Maßnahmen für im Rahmen humanitärer Hilfsaktionen aufgenommene Flüchtlinge) auf diesen Personenkreis entsprechende Anwendung findet.

Meister-BAföG (siehe AFBG)

Menschen mit Migrationshintergrund - Der Migrationshintergrund ist ein Ordnungskriterium zur Beschreibung einer Bevölkerungsgruppe. Mit dieser Begrifflichkeit wurden die Kategorien der deutschen und ausländischen Staatsangehörigkeit um Elemente wie z.B. Erziehung, Sprachzugehörigkeit u.ä. erweitert. Das Statistische Bundesamt hat mit dem Mikrozensus 2005 damit begonnen, Daten zu Personen mit Migrationshintergrund zu erheben. Die Statistischen Landesämter haben sich ebenfalls angeschlossen.

Personen mit Migrationshintergrund sind danach

  • zugewanderte Ausländer, Spätaussiedler und eingebürgerte Ausländer, die selber zugewandert sind,
  • Personen ohne eigene Migrationserfahrung, die in Deutschland geborenen Kinder zugewanderter Ausländer unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit sowie
  • Kinder zugewanderter Spätaussiedler

Mikrozensus - Der Mikrozensus ist eine statistische Erhebung, welche in Deutschland durch das Statistische Bundesamt und die Statistischen Landesämter durchgeführt wird.

Nichtformales Lernen - Das nichtformale Lernen findet nicht in Bildungs- oder Berufsbildungseinrichtungen statt und führt üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Gleichwohl ist es in Bezug auf Lernziele, Lerndauer und Lernmittel systematisch strukturiert. Auch das nichtformale Lernen ist aus Sicht der Lernenden zielgerichtet.

PISA -  Kurzform für das „Programme for International Student Assessment“ der OECD. Dabei handelt es sich um eine Studie, welche zum Ziel hat, alltagsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schüler zu messen. Die PISA-Studien werden seit 2000 in dreijährigem Turnus in den meisten Mitgliedstaaten der OECD durchgeführt.

Pro Qualifizierung - Die Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung wird von sieben Projektträgern im Rahmen von 11 Teilprojekten verwirklicht. Sie alle arbeiten gemeinsam an ihrem Ziel der Beschäftigungssicherung von Menschen mit Migrationshintergrund im Alter von 25+. Die Projektträger sind: DGB Bildungswerk e.V., Diên Hông e.V., IGR Elan e.V., IQ-Consult gGmbH, MOZAIK – gemeinnützige Gesellschaft für Interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH, Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT), Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH).

RAA -  Die Abkürzung steht für „Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien“. Die RAA werden in NRW gefördert vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration sowie vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW und den jeweiligen Kommunen bzw. Kreisen. Mit ihren Angeboten in der Elementarerziehung, in der Schule und beim Übergang von der Schule in den Beruf möchten die RAA die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund fördern und sich für eine gleichberechtigte Teilhabe der Migrantinnen und Migranten in allen gesellschaftlichen Bereichen einsetzen.

Reglementierte Berufe - Zu den reglementierten Berufen zählen alle Tätigkeiten, deren Aufnahme oder Ausübung rechtlich an ein Diplom bzw. an einen anderen Befähigungsnachweis gebunden ist. Nach deutschem Recht fallen darunter insbesondere die freien Berufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Psychotherapeuten. Ebenfalls einbezogen sind Berufe, die grundsätzlich nicht reguliert sind, bei denen aber die Führung eines bestimmten Titels von Voraussetzungen abhängig gemacht wird, beispielsweise Architekten, (beratende) Ingenieure, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden.

SGB II - Das Sozialgesetzbuch II (SGB II) ist das Gesetz, welches die Grundsicherung für Arbeitsuchende in der Bundesrepublik Deutschland regelt. (siehe auch Arbeitslosengeld II)

SGB III - Das Sozialgesetzbuch III (SGB III) ist das Gesetz, welches das deutsche Arbeitsförderungsrecht regelt. Das SGB III bestimmt sämtliche Leistungen und Maßnahmen zur Arbeitsförderung und ist damit die Grundlage für die Arbeit der Bundesagentur für Arbeit.

Spätaussiedler - Laut § 4 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) ist ein Spätaussiedler in der Regel ein deutscher Volkszugehöriger, der die Republiken der ehemaligen Sowjetunion nach dem 31. Dezember 1992 im Wege des Aufnahmeverfahrens verlassen und innerhalb von sechs Monaten im Geltungsbereich des Gesetzes seinen ständigen Aufenthalt genommen hat, wenn er zuvor

  1. seit dem 8. Mai 1945 oder
  2. nach seiner Vertreibung oder der Vertreibung eines Elternteils seit dem 31. März 1952 oder
  3. seit seiner Geburt, wenn er vor dem 1. Januar 1993 geboren ist und von einer Person abstammt, die die Stichtagsvoraussetzung des 8. Mai 1945 nach Nummer 1 oder des 31. März 1952 nach Nummer 2 erfüllt, es sei denn, dass Eltern oder Voreltern ihren Wohnsitz erst nach dem 31. März 1952  in die Aussiedlungsgebiete verlegt haben,

seinen Wohnsitz in den Aussiedlungsgebieten hatte.

Spätaussiedler ist auch ein deutscher Volkszugehöriger aus den Aussiedlungsgebieten des § 1 Abs. 2 Nr. 3 außer den in Absatz 1 genannten Staaten, der die übrigen Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllt und glaubhaft macht, dass er am 31. Dezember 1992 oder danach Benachteiligungen oder Nachwirkungen früherer Benachteiligungen auf Grund deutscher Volkszugehörigkeit unterlag. Der Spätaussiedler ist Deutscher im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes. Ehegatten oder Abkömmlinge von Spätaussiedlern, die nach § 27 Abs. 1 Satz 2 in den Aufnahmebescheid einbezogen worden sind, erwerben, sofern die Einbeziehung nicht unwirksam geworden ist, diese Rechtsstellung mit ihrer Aufnahme im Geltungsbereich des Gesetzes.

Studienkolleg - Studienkollegs sind staatliche Bildungseinrichtungen, die es in sämtlichen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gibt. Studienbewerber mit einer ausländischen Hochschulzugangsberechtigung, die nicht als mit dem deutschen Abitur gleichwertig gilt, können sich dort auf ein wissenschaftliches Studium an einer deutschen Hochschule vorbereiten. Ob ein Studienkolleg besucht werden muss oder ob der ausländische Student über einen direkten Hochschulzugang verfügt, entscheidet grundsätzlich die Zeugnisanerkennungsstelle der gewählten Hochschule.

8.3 Adressen der Handwerkskammern in NRW

  • Handwerkskammer Aachen
    (Aachen, Kreise: Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg)
    Sandkaulbach 21,
    52062  Aachen, 
    Telefon: 0241 / 471-0
    Telefax: 0241 / 471-103
  • Handwerkskammer Arnsberg
    (Kreis: Olpe, Siegen, Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis)
    Brückenplatz 1,
    59821 Arnsberg,
    Telefon: 02931 / 877-0
    Telefax: 02931 / 877-160
  • Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
    (Bielefeld, Kreise: Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn)
    Obernstraße 48,
    33602 Bielefeld,
    Telefon: 0521 / 5608-0
    Telefax: 0521 / 5608-199
  • Handwerkskammer Dortmund
    (Bochum, Dortmund, Hagen, Hamm, Herne, Kreise: Soest, Unna, Ennepe-Ruhr)
    Reinoldistraße 7-9 ,
    44135 Dortmund
    Telefon: 0231 / 5493 -0
    Telefax: 0231 / 54 93-116
  • Handwerkskammer Düsseldorf
    (Düsseldorf, Duisburg, Essen, Krefeld, Mönchengladbach, Mülheim/Ruhr, Oberhausen, Remscheid, Solingen und Wuppertal, Kreise: Kleve, Mettmann, Neuss, Viersen und Wesel)
    Georg-Schulhoff-Platz 1,
    40221 Düsseldorf,
    Telefon: 0211 / 8795-0
    Telefax: 0211 / 8795-110
  • Handwerkskammer zu Köln
    (Bonn, Köln, Leverkusen, Kreise: Rhein-Erft, Oberberg, Rhein-Berg, Rhein-Sieg)
    Heumarkt 12,  50667 Köln,
    Telefon: 0221 / 2022 -0
    Telefax: 0221 / 2022 -320
  • Handwerkskammer Münster
    (Bottrop, Gelsenkirchen, Münster, Kreise: Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf)
    Bismarckallee 1,
    48151 Münster,
    Telefon: 0251 / 5203 -0
    Telefax: 0251 / 5203-106

8.4 Adressen der Industrie- und Handelskammern in NRW

  • Industrie- und Handelskammer zu Aachen
    (Kreise: Düren, Euskirchen, Heinsberg)
    Theaterstraße 6 - 8,
    52062 Aachen,
    Telefon: 0241 / 44 60-0
    Telefax: 0241 / 44 60-259
  • Industrie- und Handelskammer für das Südöstliche Westfalen zu Arnsberg (Hochsauerlandkreis, Kreis Soest)
    Königstraße 18-20,
    59821 Arnsberg,
    Telefon: 02931 / 8780
    Telefax: 02931 / 878 100
  • Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld
    (Bielefeld, Kreise: Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke, Paderborn)
    Elsa-Brandström-Straße 1-3,
    33602 Bielefeld,
    Telefon: 0521 / 554-0
    Telefax: 0521 / 554-219
  • Industrie- und Handelskammer zu Bochum
    (Bochum, Dortmund Duisburg, Essen)
    Ostring 30-32,
    44787 Bochum,
    Telefon: 0234 / 9113 -0
    Telefax: 0234 / 9113 -110
  • Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
    Bonner Talweg 17,
    53113  Bonn,
    Telefon: 0228 / 2284-0
    Telefax: 0228 / 2284-170
  • Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
    Leonardo-da-Vinci-Weg 2,
    32760 Detmold,
    Telefon: 05231 / 76 01-0
    Telefax: 05231 / 76 01-57
  • Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf
    (Düsseldorf, Kreis Mettmann)
    Ernst-Schneider-Platz 1,
    40212 Düsseldorf,
    Telefon: 0211 /35 57-0
    Telefax: 0211 / 35 57-401
  • Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve
    Mercatorstraße 22-24,
    47051 Duisburg,
    Telefon: 0203 /2821-0
    Telefax: 0203 / 26533
  • Industrie- und Handelskammer Essen, Mülheim (Ruhr) und Oberhausen zu Essen
    Am Waldthausenpark 2,
    45127 Essen,
    Telefon: 0201 / 1892 -0
    Telefax: 0201 / 1892-172
  • Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen
    (Hagen, Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischer Kreis)
    Bahnhofstraße 18,
    58095 Hagen,
    Telefon: 02331 / 390 0
    Telefax: 02331 / 135 86
  • Industrie- und Handelskammer zu Köln
    (Köln, Leverkusen, Erftkreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis)
    Unter Sachsenhausen 10-26,
    50667 Köln,
    Telefon: 0221 / 16 40-0
    Telefax: 0221 / 16 40-129
  • Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein zu Krefeld
    Nordwall 39,
    47798 Krefeld,
    Telefon: 02151 / 635-0
    Telefax: 02151 / 635-338
  • Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen zu Münster
    (Münsterland, Emscher-Lippe Region)
    Sentmaringer Weg 61,
    48151 Münster,
    Telefon: 0251 / 707-0
    Telefax: 0251 / 707-325
  • Industrie- und Handelskammer Siegen
    (Kreise: Olpe, Siegen)
    Koblenzer Straße 121,
    57072 Siegen,
    Telefon: 0271 /33 02 -0
    Telefax: 0271 /3302-400
  • Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid
    Heinrich-Kamp-Platz 2,
    42103  Wuppertal
    Telefon: 0202 /2490-0
    Telefax: 0202 /2490-999

 

8.5 Adresse der Landwirtschaftskammer

  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
    Referat 4
    Nevinghoff 40,
    48147 Münster,
    Telefon: 0251 / 59 93 74,
    E-Mail: info@lwk.nrw.de

8.6 Bilaterale Abkommen

Bilaterales Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Österreich über die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung und über die gegenseitige Anerkennung und Gleichwertigkeit von beruflichen Prüfungszeugnissen vom 27. November 1989.

Ein gleichgestelltes/gleichgehaltenes Prüfungszeugnis zwischen Österreich und Deutschland verleiht der im Prüfungszeugnis aufgeführten Person auf der jeweils anderen Seite die Rechte, die auf der Facharbeiter-/Fachangestelltenebene dem gleichgestellten/gleichgehaltenen Prüfungszeugnis dieser anderen Seite verbunden sind.


Hinweis:

Eine Aufstellung aller gleichgestellten österreichischen Prüfungszeugnisse findet sich im Gesetz zur Ordnung des Handwerks.

8.6.1 Allgemeine Vergleichbarkeit

In Zukunft soll die Gleichstellungsverordnung wegen des damit verbundenen hohen Prüfaufwandes in beiden Staaten nicht länger fortgeschrieben werden. Stattdessen ist eine deutsch-österreichische Vereinbarung über die allgemeine Vergleichbarkeit von Berufsabschlüssen abgeschlossen worden. Durch die Erklärung soll verdeutlicht werden, dass Deutschland und Österreich gegenseitig in die Qualität der Ausbildungssysteme vertrauen.

Das Abkommen von November 1989 zur Gleichstellung von deutsch-österreichischen Bildungsabschlüssen besteht weiter.

Gemeinsame Erklärung der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich über die generelle Vergleichbarkeit von französischen Abschlusszeugnissen in der Berufsausbildung und deutschen Abschlusszeugnissen in der Berufsausbildung nach Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung sowie Schulrecht der Länder vom 6. Oktober 2004

„Beide Staaten erklären, dass nach gemeinsamer Auffassung

  • das französische certificat d'aptitude professionelle (CAP) als Abschlusszeugnis einer französischen Berufsfachschule vergleichbar sei mit einem in der dualen Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von zwei Jahren nach § 25 Berufsbildungsgesetz und § 25 Handwerksordnung erhaltenen deutschen Abschlusszeugnis in der Berufsausbildung

  • und das französische Brevet professionnel sowie das französische Baccalauréat professionnel vergleichbar seien mit einem in der dualen Berufsausbildung mit einer Regelausbildungsdauer von drei bis dreieinhalb Jahren nach § 25 Berufsbildungsgesetz und § 25 Handwerksordnung erhaltenen deutschen Abschlusszeugnis in der Berufsausbildung sowie einem gleichwertigen Abschlusszeugnis in der Berufsausbildung nach dem Schulrecht der Länder der Bundesrepublik Deutschland, entsprechend dem vom Bundesinstitut für Berufsbildung herausgegebenen Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe.“

Mit dieser Erklärung setzen Deutschland und Frankreich in Europa Maßstäbe für eine unbürokratische und einfache Handhabung der Einordnung von beruflichen Bildungsabschlüssen. Den ersten Schritt bildet die gemeinsame Erklärung zur Feststellung der Vergleichbarkeit von 40 Berufsabschlüssen. Mit der unterzeichneten Erklärung wird die bisherige Praxis langwieriger Anerkennungsverfahren einzelner Berufsabschlüsse abgelöst. Als Handreichung wird eine Liste der vergleichbaren Berufsabschlüsse kontinuierlich fortgeführt und den Verbänden, Sozialpartnern, Kammern, Arbeitsagenturen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt.

8.6.2 Probleme bei Bilateralen Abkommen

Bei der Anerkennung von Berufsqualifikationen auf Basis der bilateralen Abkommen bestehen insbesondere folgende Hindernisse:

  • In diesen Abkommen sind jeweils nur ein Teil der Berufe aufgeführt.
  • Die Anerkennungslisten sind veraltet, einige Berufe gibt es nicht mehr, andere haben sich gespalten usw. Es gibt keine klaren Regeln, wie anzuerkennen ist.

Ein listenmäßiger Vergleich von Berufen unterschiedlicher Staaten ist zumeist nur schwer zu erstellen, da sich Ausbildungsinhalte sowie die Berufe selbst zu schnell ändern. Zudem bestehen Probleme in der Vergleichbarkeit und qualitativen Bewertung von Ausbildungs- und Prüfungsinhalten.

8.6.3 Bundesvertriebenengesetz § 10

(1) Prüfungen oder Befähigungsnachweise, die Spätaussiedler bis zum 8. Mai 1945 im Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Gebietsstande vom 31. Dezember 1937 abgelegt oder erworben haben, sind im Geltungsbereich des Gesetzes anzuerkennen.

(2) Prüfungen oder Befähigungsnachweise, die Spätaussiedler in den Aussiedlungsgebieten abgelegt oder erworben haben, sind anzuerkennen, wenn sie den entsprechenden Prüfungen oder Befähigungsnachweisen im Geltungsbereich des Gesetzes gleichwertig sind.

(3) Haben Spätaussiedler, die zur Ausübung ihres Berufes notwendigen oder für den Nachweis ihrer Befähigung zweckdienlichen Urkunden (Prüfungs- oder Befähigungsnachweise) und die zur Ausstellung von Ersatzurkunden erforderlichen Unterlagen verloren, so ist ihnen auf Antrag durch die für die Ausstellung entsprechender Urkunden zuständigen Behörden und Stellen eine Bescheinigung auszustellen, wonach der Antragsteller die Ablegung der Prüfung oder den Erwerb des Befähigungsnachweises glaubhaft nachgewiesen hat.

(4) Voraussetzung für die Ausstellung der Bescheinigung gemäß Absatz 3 ist die glaubhafte Bestätigung

  • durch schriftliche, an Eides Statt abzugebende Erklärung einer Person, die auf Grund ihrer früheren dienstlichen Stellung im Bezirk des Antragstellers von der Ablegung der Prüfung oder dem Erwerb des Befähigungsnachweises Kenntnis hat, oder
  • durch schriftliche, an Eides Statt abzugebende Erklärungen von zwei Personen, die von der Ablegung der Prüfung oder dem Erwerb des Befähigungsnachweises eigene Kenntnisse haben.

(5) Die Bescheinigung gemäß Absatz 3 hat im Rechtsverkehr dieselbe Wirkung wie die Urkunde über die abgelegte Prüfung oder den erworbenen Befähigungsnachweis.

In Bezug auf die Anerkennung von Aussiedlerzeugnissen nichtakademischer beruflicher Qualifikationen gibt es einen speziellen Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.9.1993.

8.7 Grundsätze zur Bewertung und Anerkennung Fachmittelschulabschlüssen

Grundsätze zur Bewertung und Anerkennung von Fachmittelschulabschlüssen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern bei Berechtigten nach dem Bundesvertriebenengesetz (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.09.1993).

 Die Länder in der Bundesrepublik Deutschland kommen überein, bei der Entscheidung über die Anerkennung von Fachmittelschulabschlüssen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern nach § 10 Bundesvertriebenengesetz entsprechend den folgenden Grundsätzen zu verfahren:

8.7.1 Abschlüsse aus Polen

1. Die Abschlüsse polnischer einstufiger und postlyzealer Fachmittelschulen sind als Abschlüsse einer beruflichen Erstausbildung in erster Linie deutschen beruflichen Erstausbildungen nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HwO) zuzuordnen.

Es sollte deshalb den Bewerbern/Bewerberinnen empfohlen werden, bei den zuständigen Stellen Anträge auf Anerkennung zu stellen. In Fällen, in denen die Gleichstellung mit einem anerkannten Ausbildungsberuf nicht möglich ist, prüft die Schulbehörde oder die sonst nach Landesrecht zuständige Stelle auf Antrag die Anerkennung als „Staatlich geprüfter technischer Assistent/Staatlich geprüfte technische Assistentin“, falls die inhaltliche Struktur der polnischen Ausbildung dies erlaubt. Zu diesem Zweck unterrichten sich die Länder über bestehende sowie neu eingerichtete Ausbildungen mit dem Berufsziel „Staatlich geprüfter technischer Assistent/Staatlich geprüfte technische Assistentin“.

2. Absolventen einer zweistufigen polnischen Fachmittelschule in technischen Fächern beantragen die Anerkennung der zuvor an einer Berufsgrundschule erreichten Facharbeiterqualifikation bei den zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung. Sofern eine Anerkennung erfolgt und eine zweijährige einschlägige Berufstätigkeit nachgewiesen ist, entscheiden die zuständigen Behörden/ Dienststellen auf Antrag über die Zulassung zum . Semester einer Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker/zur Staatlich geprüften Technikerin, sofern die Bewerber über hinreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache verfügen.

Ist der Abschluss der Berufsgrundschule von der zuständigen Stelle aus materiellen Gründen nicht anerkannt worden, kann auch bei Abschluss der zweistufigen Ausbildung eine Anerkennung als „Staatlich geprüfter technischer Assistent/Staatlich geprüfte technische Assistentin“ geprüft werden, wenn die inhaltliche Struktur der polnischen Ausbildung dies erlaubt. Wenn die Zuordnung zu einem Assistentenberuf zweifelhaft ist, wird ggf. auch eine einschlägige Berufspraxis berücksichtigt.

3. Absolventen polnischer Fachmittelschulen, die ihr Reifezeugnis vor 1972 erworben haben, können bei Nachweis einer mindestens fünfjährigen einschlägigen und qualifizierten Berufstätigkeit sowie hinreichender Deutschkenntnisse auf Antrag von der zuständigen Behörde/Dienststelle für das . Semester einer Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker/zur Staatlich geprüften Technikerin zugelassen werden.

4. Fachmittelschulabschlüsse in kaufmännischen bzw. wirtschaftskundlichen Fachrichtungen sind Abschlüssen einer beruflichen Erstausbildung nach BBiG zuzuordnen.

8.7.2 Abschlüsse in anderen osteuropäischen Ländern

Rumänien: Technikerabschlüsse konnten nur bis 1979 erreicht werden. Es kann gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 3 verfahren werden.

Tschechische Republik und Slowakische Republik: Es ist grundsätzlich gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 1 zu verfahren. Bei Abschlüssen, die vor 1978 erworben wurden, kann im Einzelfall auch eine Anwendung gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 2 in Betracht kommen, wenn dem Besuch der Fachmittelschule eine abgeschlossene Berufsausbildung (Lehrbrief) vorausging.

Ehemalige Sowjetunion:  Es ist gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 1 zu verfahren.

Bulgarien: Es ist gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 1 zu verfahren.

Ungarn: Es ist grundsätzlich gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 1 zu verfahren. In den 70er und 80er Jahren wurden zum Teil auch zweistufige Ausbildungen durchgeführt; bei den entsprechenden Abschlüssen kann gemäß Abschnitt 8.7.1 Ziffer 2 verfahren werden.

8.8 Zuständige Anerkennungsbehörden für schulische Abschlüsse

Schulabschluss:

  • Hauptschulabschluss (nach klasse 9),
    Hauptschulabschluss (nach klasse 10),
    mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife)

Zuständige Anerkennungsbehörde: 
  • Bezirksregierung Köln – Dezernat 48,
    Zeughausstraße 2-10,
    50667 Köln
    Telefon: 0221 / 147-0
    Telefax: 0221 / 147-3185
Schulabschluss:  
  • Hauptschulabschluss für Aussiedler,
    Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge, die über die Landesstelle Unna-Massen nach NRW eingereist sind

Anerkennungsbehörde: 
  • Polen, Rumänien, Tschechien, Slowakei:
    Bezirksregierung Arnsberg – Dezernat 48,
    Seibertzstraße 1,
    59821 Arnsberg,
    Telefon:  02931 / 82 -0
    Telefax: 02931 / 82 -2520

  • Österreich, Schweiz, Türkei, Griechenland und Staaten des ehemaligen Jugoslawien:
    Bezirksregierung Düsseldorf – Dezernat 45,
    Cecilienallee 2,
    40474 Düsseldorf,
    Telefon: 0211 / 475-0
    Telefax: 0211 / 475- 2671

  • Albanien, Bulgarien, Ungarn, Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR:
    Bezirksregierung Detmold – Dezernat 48,
    Leopoldstraße 15,
    32754 Detmold,
    Telefon: 05231 / 71-0
    Telefax: 05231 / 71-1127

  • Belgien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien und ehemalige DDR:
    Bezirksregierung Köln – Dezernat 48,
    Zeughausstraße -10,
    50667 Köln,
    Telefon: 0221 / 147-0
    Telefax: 0221 / 147- 3185

  • Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und alle außereuropäischen Staaten:
    Bezirksregierung Münster – Dezernat 48
    Domplatz 1-3,
    48143 Münster,
    Telefon: 0251 / 411-0
    Telefax: 0251 / 411-2525
Schulabschluss:
  • Hochschulzugangsberechtigung (Fachhochschulreife, Hochschulreife, international Baccalaureate Diploma (IB))

    Zuständig für deutsche Staatsangehörige mit ausländischen Schulabschlüssen, deren Wohnsitz in NRW oder ausschließlich außerhalb Deutschlands gelegen ist, sowie für ausländische Staatsangehörige mit ausländischen Schulabschlüssen, die in NRW oder außerhalb Deutschlands wohnen, jedoch nur für andere Zwecke als die Aufnahme eines Studiums (z.B. für eine berufliche Tätigkeit, Umschulung oder Ausbildung).
Anerkennungsbehörde:

  • Bezirksregierung Düsseldorf
    Zentrale Zeugnisanerkennungsstelle – Dezernat 48/ ZZA, 
    Fischerstraße 10,
    40477 Düsseldorf

Schulabschluss: 

  • Ausländische Abschlüsse im Bereich Sozialer Arbeit
Anerkennungsbehörde:

  • Bezirksregierung Köln – Dezernat 37, 
    Zeughausstrasse 2-10,
    50667 Köln
    Telefon: 0221 / 147-0

Schulabschluss:

  • Ingenieurstitel
Anerkennungsbehörde:
  • Bezirksregierung Köln – Dezernat 63, 
    Zeughausstrasse -10,
    50667 Köln,
    Telefon: 0221 / 147-0

Schulabschluss:

  • Im Ausland erworbene akademische Grade
Anerkennungsbehörde:

  • Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW, 
    Völklinger Strasse 49,
    40221 Düsseldorf ,
    Telefon: 0211 / 896-04

Schulabschluss:

  • Diplome Nichtärztlicher Gesundheitsfachberufe
Anerkennungsbehörde:

  • Zuständige Anerkennungsbehörde sind die örtlich zuständigen Gesundheitsämter.


8.9 Handwerksberufe

Anlage A zur Handwerksordnung (zulassungspflichtige Handwerke):

Augenoptiker/in,
Bäcker/in,
Boots- und Schiffbauer/in,
Brunnenbauer/in,
Büchsenmacher/in,
Chirurgiemechaniker/in, 
Dachdecker/in,
Elektromaschinenbauer/in,
Elektrotechniker/in, 
Feinwerkmechaniker/in, 
Fleischer/in,
Friseure/in, 
Gerüstbauer/in, 
Glasbläser und Glasapparatebauer/in,
Glaser/in,
Hörgeräteakustiker/in,
Informationstechniker/in,
Installateur und Heizungsbauer/in,
Kälteanlagenbauer/in,
Karosserie- und Fahrzeugbauer/in,
Klempner/in,
Konditoren/in,
Kraftfahrzeugtechniker/in,
Landmaschinenmechaniker/in,
Maler und Lackierer/in,
Maurer und Betonbauer/in,
Metallbauer/in,
Ofen- und Luftheizungsbauer/in,
Orthopädieschuhmacher/in,
Orthopädietechniker/in,
Schornsteinfeger/in,
Seiler/in,
Steinmetzen und Steinbildhauer/in,
Straßenbauer/in,
Stuckateur/in,
Tischler/in,
Vulkaniseure und Reifenmechaniker/in,
Wärme-, Kälte- u. Schallschutzisolierer/in,
Zahntechniker/in,
Zimmerer/in,
Zweiradmechaniker/in.


Anlage B 1 zur Handwerksordnung (zulassungsfreie Handwerke):

Behälter- und Apparatebauer/in,
Betonstein- und Terrazzohersteller/in,
Bogenmacher/in,
Böttcher/in,
Brauer und Mälzer/in,
Buchbinder/in,
Buchdrucker/in,
Schriftsetzer: Drucker/in,
Damen- und Herrenschneider/in,
Drechsler/in(Elfenbeinschnitzer) und Holzspielzeugmacher/ in,
Edelsteinschleifer- und Graveure/in,
Estrichleger/in,
Feinoptiker/in,
Flexografen/in,
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in,
Fotografen/in,
Galvaniseure/in,
Gebäudereiniger/in,
Geigenbauer/in,
Glas- und Porzellanmaler/in,
Glasveredler/in,
Gold- und Silberschmied/in,
Graveure/in,
Handzuginstrumentenmacher/in,
Holzbildhauer/in,
Holzblasinstrumentenmacher/in,
Keramiker/in,
Klavier- und Cembalobauer/in,
Korbmacher/in,
Kürschner/in,
Metall- und Glockengießer/in,
Metallbildner/in,
Metallblasinstrumentenmacher/in,
Modellbauer/in,
Modisten,
Müller/in,
Orgel- und Harmoniumbauer/in,
Parkettleger/in,
Raumausstatter/in,
Rollladen- und Jalousiebauer/in,
Sattler und Feintäschner/in,
Schilder- und Lichtreklamenhersteller/in,
Schneidwerkzeugmechaniker/in,
Schuhmacher/in,
Segelmacher/in,
Siebdrucker/in,
Sticker/in,
Textilreiniger/in,
Uhrmacher/in,
Vergolder/in,
Wachszieher/in,
Weber/in,
Weinküfer/in,
Zupfinstrumentenmache/in.


Anlage B 2 zur Handwerksordnung (handwerksähnliche Gewerbe)

Änderungsschneider/in,
Appreteure,
Dekateure/in,
Asphaltierer/in (ohne Straßenbau),
Ausführung einfacher Schuhreparaturen,
Bautrocknungsgewerbe,
Bestattungsgewerbe,
Betonbohrer- und -schneider/in,
Bodenleger/in,
Bügelanstalten für Herrenoberbekleidung,
Bürsten- und Pinselmacher/in,
Daubenhauer/in,
Dekorationsnäher/in (ohne Schaufensterdekoration,)
Einbau von genormten Baufertigteilen,
Eisenflechter/in,
Fahrzeugverwerter/in,
Fleckteppichhersteller/in,
Fleischzerleger/in,
Ausbeiner/in,
Fuger/in (im Hochbau),
Gerber/in,
Getränkeleitungsreiniger/in,
Handschuhmacher/in,
Herstellung von Drahtgestellen für Dekorationszwecke in Sonderanfertigung,
Holz- und Bautenschutzgewerbe (Mauerschutz und Holzimprägnierung in Gebäuden),
Holzblockmacher/in,
Holz-Leitermacher/in,
Holzreifenmacher/in,
Holzschindelmacher/in,
Holzschuhmacher/in,
Innerei-Fleischer/in,
Kabelverleger/in im Hochbau,
Klavierstimmer/in,
Klöppler/in,
Kosmetiker/in,
Kunststopfer/in,
Lampenschirmhersteller/in,
Maskenbildner/in,
Metallsägen-Schärfer/in,
Metallschleifer und Metallpolierer/in,
Muldenhauer/in,
Plisseebrenner/in,
Posamentierer/in,
Rammgewerbe,
Requisiteure,
Rohr- und Kanalreiniger/in,
Schirmmacher/in,
Schlagzeugmacher/in,
Schnellreiniger/in,
Speiseeishersteller/in,
Steindrucker/in,
Stoffmaler/in,
Stricker/in,
Tankschutzbetriebe,
Teppichreiniger/in,
Textil-Handdrucker/in,
Theater- und Ausstattungsmaler/in,
Theaterkostümnäher/in,
Theaterplastiker/in.

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