„Wir brauchen einen Perspektivenwechsel!“ – Ausblick: Wie geht es weiter nach dem Ende des Projekts?

31.12.2007

So viel steht fest: Die Ziele von Pro Qualifizierung, älteren Menschen mit Migrationshintergrund eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen bzw. sie vor Arbeitslosigkeit zu bewahren, die aufgebaute Netzwerkarbeit und die Nutzung der Erfahrungen werden weitergeführt!

Auch, wenn die bisherigen Strukturen der Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung nicht weiter bestehen können, da die Equal-Projekte von der Europäischen Union eingestellt werden und damit das Projekt Pro Qualifizierung offiziell zum 1.Dezember 2007 endet.

Die Ergebnisse von zweieinhalb Jahren Projektarbeit wurden jedoch sorgfältig gesichert und allen Partnern, Strategischen Partnern sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Darauf lässt sich aufbauen! Die obigen, aus den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pro Qualifizierung erstellten Handlungsempfehlungen mögen das ihre dazu beitragen und zukünftiger Arbeit eine Grundlage bieten. Die einzelnen Produkte finden Sie auf den Internetseiten der verschiedenen Träger sowie auf www.pro-qualifizierung.de

Alle Beteiligten an der Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung bedanken sich an dieser Stelle ganz ausdrücklich bei den Strategischen Partnern, die mit ihrem Know-How, mit ihren Kontakten und Erfahrungen und schließlich auch ihrer Arbeitszeit zum Gelingen des Projektes beigetragen haben.

Ihnen sowie den Trägern von Pro Qualifizierung gebühren denn auch die letzten Worte.

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„Geben wir den Eltern von Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine zweite Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt, durch einen gerechten Anteil an beruflicher Fort- und Weiterbildung und am betrieblichen Aufstieg, damit ist eine gute Basis für die berufliche Integration auch für die jungen Leute gegeben. Nutzen wir die vorhandenen Potenziale für ein gleichberechtigtes Zusammenleben und -arbeiten!“

Leo Monz, Leiter Bereich Migration und Bildung, DGB-Bildungswerk, und Koordinator der Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung
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„Die Wirtschaft braucht gut qualifizierte Mitarbeiter. Eine Arbeitsstelle bietet die Plattform für die Integration sowie die persönliche und berufliche Weiterentwicklung. Ohne Bildung – insbesondere berufliche Bildung – ist das nicht zu haben. Bildung ist der Schlüssel für den Erfolg. In diesem Zusammenhang hat die Arbeit von Pro Qualifizierung einen besonders hohen Stellenwert.“

Hermann Röder, Geschäftsführer der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk 
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„Dank ProQualifizierung konnte Diên Hông e.V. die Belange und Interessen von Existenzgründenden und Selbständigen mit Migrationshintergrund erstmals in Mecklenburg-Vorpommern in den Fokus des Handelns rücken und so dafür sorgen, dass das Land diesen Bereich als – Zitat – „wichtige Nebenbaustelle der Landesentwicklung“ anerkennt.“

Jamal Lagnaoui, Geschäftsführer Diên Hông
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„Die Wirtschaft muss die Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten besser erkennen und nutzen. Neben Fremdsprachenkenntnissen besitzen sie die Befähigung, sich in unterschiedlichen Kulturen zu bewegen. Das ist vor allem für Betriebe bedeutsam, die im Ausland operieren wollen. Mitarbeiter mit Migrationshintergrund dienen als Türöffner für den Export. Für die sächsische Wirtschaft ist es mittlerweile unerlässlich, Kooperationen und Netzwerke mit ausländischen Partnern einzugehen, um für die eigenen Produkte und Dienstleistungen den ausländischen Markt zu erschließen.“

Hanjo Lucassen, Vorsitzender DGB Bezirk Sachsen  _____________________________________ 

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„Integration durch Partizipation ist einer der wichtigsten Ansätze für eine neue Politik der Migrationsgesellschaft Deutschland. Wenn die Beteiligung der Vertreterinnen und Vertreter der Zielgruppe an einer sie betreffenden Politik, in diesem Falle die Menschen mit Migrationshintergrund und deren Organisationen an Entscheidungen, Prozessen und Ressourcen der Integrationspolitik nicht gleichberechtigt geschieht, spricht man vom Paternalismus-Ansatz, wodurch bisher die Integration nicht erfolgreich war und in Zukunft es auch nicht sein kann. In diesen Handlungsempfehlungen für die berufliche Integration von Migrantinnen und Migranten sowie die interkulturelle Öffnung von Einrichtungen der Mehrheitsgesellschaft sind einige Vorschläge dabei, wo dieser neue Ansatz berücksichtigt wird. Wir als MOZAIK praktizieren den partizipatorischen Ansatz seit circa zehn Jahren erfolgreich und fordern, dass es auch andere tun, damit wir gemeinsam ein interkulturelles Deutschland schaffen, in dem alle leben wollen.“

Dipl.-Ing. Cemalettin Özer, Geschäftsführender Gesellschafter von MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH, Bielefeld
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„Das Ziel: Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sprachlich und beruflich so fit zu machen, dass sie auf dem Arbeitsmarkt vollkommen integriert sind und damit auch Chancengleichheit hergestellt ist. Zu- und Übergänge für mehr berufliche Qualifizierung sind dafür notwendig. Dies zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse und Erfahrungen aus unserer Beteiligung an der Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung. So brauchen wir beispielsweise mehr Vorbereitungsseminare, die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu anerkannten Berufsabschlüssen führen, mehr Coaches, die beim Einstieg und der Realisierung der ersten Weiterbildungsschritte helfen, mehr interkulturelle Öffnung in KMUs und den beratenden Institutionen sowie mehr Dialog zwischen allen Beteiligten. Dafür haben wir uns im Rahmen von Pro Qualifizierung eingesetzt und hoffen, dies auch weiterhin mit unseren Möglichkeiten und Netzwerken tun zu können.“

Reiner Nolten, Hauptgeschäftsführer Westdeutscher Handwerkskammertag 
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„Das Arbeiten in kleinen Teams, der hohe Grad an individueller Leistungserstellung, die zumeist inhabergeführten Unternehmen, der persönliche Kontakt zwischen Kunde und Handwerkerin bzw. Handwerker sowie eine natürliche Vielfalt an Menschen, Berufen und Aufgaben haben zur Folge, dass mehr Integration Chancenausgleich vor allem eine Herausforderung ist, die wir mit der beruflichen Weiterbildung zu lösen haben. Pro Qualifizierung hat hierfür Ansätze und Ideen geliefert. Daran sollten wir anknüpfen und dafür sorgen, dass die Beteiligung beruflicher Aus- und Weiterbildung unter Menschen mit Migrationshintergrund weiter an Selbstverständlichkeit gewinnt. Hier sind alle gefordert: Bildungsanbieter, Betriebe, Beratungseinrichtungen, Kammern, die Politik, die Arbeitsverwaltung und natürlich auch die Menschen mit Migrationshintergrund selbst - schließlich gilt es hier, den entsprechenden Willen auch zu entzünden.“

Franz-Josef Knieps MdL, Präsident Westdeutscher Handwerkskammertag
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„Interkulturelle Öffnung gelingt, wenn auch Menschen mit Migrationshintergrund gleichberechtigt in den Gremien vertreten sind. So können sie Strukturund Personalentscheidung in Betrieben und Verwaltungen beeinflussen und verbessern. Menschen mit Migrationshintergrund bestimmen und gestalten unsere Zukunft und Gesellschaft maßgeblich mit.“

Dietmar Hexel, Vorsitzender DGB Bildungswerk e.V. und Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes
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„Wir müssen alles daran setzten um Migrantinnen und Migranten nicht nur einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen sondern sie brauchen auch die gleichen Aufstiegschancen! Ich weiß, dass dies sehr schwierige belastete Ziele sind. Sie zu erreichen bedeutet Berge an Intoleranz, kultureller Ignoranz, schlichtweg Unwissenheit zu versetzen. Ein Weg erfolgreich damit umzugehen, sind Qualifizierungsmaßnahmen für Migrantinnen und Migranten und was ganz wichtig ist: für Entscheider. In diesem Feld müssen wir verstärkt arbeiten.“

Dr. Dieter Eich, Geschäftsführer IQ Consult gGmbH  _____________________________________ 

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„Ziel der gesellschaftlichen Entwicklung ist es, die Vielfalt der Kulturen zu erkennen und ihre Potenziale zu nutzen. Die Integration in das kulturelle und wirtschaftliche Leben kann nur gelingen, wenn die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Potenziale der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, von Frauen und Männern, von Älteren und Jüngeren berücksichtigt werden. Wenn uns das gelingt, sind wir für die Herausforderung der Informations- und Wissensgesellschaft bestens gerüstet.“

Cornelia Lins, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit, Digitale Integration, Projektkoordination
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„Pro Qualifizierung“ sollte als Appell weiter wirken und alle Akteure motivieren, die entwickelten Ideen konsequent umzusetzen, gute Beispiele in die Lande zu tragen und die geschaffenen Netzwerke auszubauen. Auf diesem Weg sollte es gelingen, die Potenziale von Migrantinnen und Migranten stärker in den Fokus zu stellen und so die Integration in Arbeitswelt und Gesellschaft voranzubringen.“

Irmgard Wagner (Kerstin Schulz, Karin Huzarski) PB 210 Arbeitnehmer-Integration, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit _____________________________________

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„Projekte haben leider immer ein festes Ende – so auch die Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung. Doch wie geht es weiter? Halten die geknüpften Netzwerke? Werden sich die Multiplikatorenschulungen auch über den Förderzeitraum als Selbstläufer entwickeln? Im Sinne der Nachhaltigkeit haben die Teilprojekte Handlungsempfehlungen formuliert. Ich verstehe diese Empfehlungen auch als Aufforderung, die Projektziele weiter zu verfolgen. Nun kommt es darauf an, dass die Beteiligten – Projektträger wie strategische Partner – diese Empfehlungen in ihr Handeln umsetzten.“

Jörg Mährle, Gewerkschaftssekretär, DGB-Region Köln
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„Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verfügen über eine Vielzahl von Kompetenzen und Erfahrungen die sich besonders im internationalen Wettbewerb bezahlt machen können: angefangen von der Zweisprachigkeit bis hin zum Wissen über und den Umgang mit anderen Kulturen. Wir brauchen daher in Nordrhein-Westfalen einen Perspektivenwechsel, in dem wir stärker anerkennen, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte uns neue Chancen bieten. Diese wurden bisher zu wenig genutzt. „Pro Qualifizierung“ ist ein gutes Beispiel dafür Potenziale zu erkennen und Chancen zu nutzen.“

Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter der Landesregierung Nordrhein- Westfalen
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