Verantwortung wahrnehmen, Potenziale erkennen und fördern – Handlungsempfehlungen für Sozialpartner
31.12.2007
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen bieten ihren Akteuren in öffentlichen und privaten Betrieben und Verwaltungen zahlreiche Hilfestellungen bei der Gestaltung der Arbeitsbeziehungen in der Arbeitswelt.
Querschnittsthema Interkulturelle Öffnung
- Der Prozess der Interkulturellen Öffnung ist eine wesentliche Voraussetzung zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund.
- Dieser Prozess umfasst das gesamte Feld der Arbeitsbeziehungen, insbesondere die Organisationsentwicklung, die Personalentwicklung und die Weiterbildung im interkulturellen Kontext und unter Berücksichtigung des Migrationskontextes der Beschäftigten sowie Ausbildungs- und Arbeitsuchenden.
- Die Fähigkeit der Organisationen der Sozialpartner, diesen Prozess als Organisationsentwicklungsprozess auf sich selbst anzuwenden, erhöht die Akzeptanz bei den Akteuren der Arbeitswelt, sich aktiv an der Mitgestaltung in ihren Betrieben und Verwaltungen zu beteiligen.
- Von besonderer Bedeutung für die Umsetzung des Zieles – Optimierung der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund über 5 Jahren – sind die Handelnden in Tarifpolitik, beruflicher Bildung, Weiterbildung und Arbeitsmarktpolitik.
Querschnittsthema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Die Berichterstattung zu Themen beruflicher Integration und Weiterbildung von Menschen mit Migrationshintergrund über 5 Jahren und zur Interkulturellen Öffnung gehört zum grundlegenden Themenspektrum in Arbeitgeber- und Arbeitnehmerpublikationen, um ihre Mitglieder zu informieren und zu sensibilisieren.
- Durch einen Artikeldienst ist die Möglichkeit der Berichterstattung im Migrations- und interkulturellen Kontext für Betriebszeitungen, Fachzeitschriften und Themenpublikationen zu schaffen, um damit durch Öffentlichkeitsarbeit einen möglichst großen Verbreitungsgrad zu erreichen.
Beratung
- Soweit Sozialpartner am Prozess der Beratung beteiligt sind, sollten kulturell vielfältige Beratungsteams eingesetzt werden.
- Beratende mit Migrationshintergrund sind angemessen an Beratungsprozessen zu beteiligen. Dies gilt auch für die Entwicklung und Umsetzung von Tarifvereinbarungen zur Verbesserung der Qualifizierung von Beschäftigten und der Eingruppierung unter Berücksichtigung von informell und im Ausland erworbenen Qualifikationen.
- Bereits bestehende interkulturelle Strukturen sind für die Bedeutung der beruflichen Weiterbildungs- sowie Nachqualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund zu sensibilisieren.
- Von grundlegender Bedeutung ist die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund in allen Aufgabenbereichen der Sozialpartner. Dabei sind Fragen der kulturellen Vielfalt und der Migration als Querschnittsaufgabe ebenso zu berücksichtigen wie Möglichkeiten der Interessenvertretung von Menschen mit Migrationshintergrund.