
Wie schon seit 1997 war Spanien auch im Jahr 2005 das führende Aufnahmeland für Migranten. Zwischen 2001 und 2005 wuchs die spanische Bevölkerung allein durch Zuwanderung um rund drei Millionen Menschen an.
Im Jahr 2005 lag das Wanderungssaldo Spaniens bei 652.300, was rund 36 Prozent der gesamten Einwanderung in die EU-25-Staaten ausmacht. Dieser unverhältnismäßig große Anteil an Zuwanderung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Zum einen geht es der spanischen Wirtschaft recht gut. Zum anderen nimmt Spanien mit der einzigen Landgrenze nach Nordafrika auch eine Sonderstellung im Bereich der illegalen Migration ein, die jedoch von der Zapatero-Regierung auch wahrgenommen wurde. Mehr als 600.000 Menschen ohne Papiere erhielten Niederlassungserlaubnisse. Nur so können so genannte Illegale überhaupt in der Statistik auftauchen.
Auf den Plätzen folgen beim Wanderungssaldo – mit gehörigem Abstand – Italien (391.000), das Vereinigte Königreich (196.000) und Deutschland (98.000). Damit entfallen 83 Prozent der gesamten EU-25-Nettowanderung auf diese vier Staaten. Das niedrigste Wanderungssaldo haben Litauen, Lettland, Polen und Rumänien.
Auch bei der Pro-Kopf-Nettowanderung (pro 1000 Einwohner) liegt Spanien mit 17,6 Prozent vor Zypern (17,2 Prozent), Italien (10,4 Prozent) und Irland (7,8 Prozent). Zum Vergleich: Das Einwanderungsland USA kommt bei der Nettowanderung auf 3,5 pro 1000 Personen (2000).
Bei den Gesamtwachstumsraten – also Nettowanderung plus natürliches Wachstum – fällt auf, dass viele der im Jahr 2004 der EU beigetretenen Staaten eine negative Bevölkerungsentwicklung zu verzeichnen haben. Die niedrigste natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geburten minus Todesfälle) haben Beitrittskandidat Bulgarien (rund -6.000), Lettland (-5.000), Ungarn (-4.000), Estland (-3.500) und Litauen (-3.000); die Höchste Irland (rund 8.000), Zypern (etwa 4.000), sowie die Niederlande und Frankreich (circa 3.000).
Siehe auch: Zahlenwerk Nettowanderung in ausgewählten EU-Ländern 1999 bis 2003